Aus die aus zürich
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von Ivo Loretz

Schichtung


Schichtung I

Der Mond scheint Sonne ins frühe Blau der Nacht. Die Sterne zeichnen ihre Bilder. Flackerlicht - ein Feuer. Sommer ist die Luft.
Darunter verborgen dunkelfeucht der Tag, die Nacht. Das Meer liegt hier, sein Grund, gebettet über Jahrmillionen. Ihr Reich: Gnome, Trolle.
Träum, mein Kind, bitte träum, der Grund sei dir Wiege, die Sterne dein Lied. Gnome, Trolle, Flackerlicht: fürchte dich nicht, es sonnt sich der Mond allein zu dir.
Träum, mein Kind, bitte träum – träum das Meer.

Schichtung II

Zeitalter zählt man, erzählen die Geister des Lebens, das war. Sie sitzen im Berg. Ihr Reich, reich an Geistern der Stein. So viel Tod in all der Zeit, Meeresgrund geworden, Sediment, gehärtet, gehoben – der Fels.
Zeitalter zählt man: nicht unsere Zeit.
Träum, mein Kind, bitte träum, der Fels sei dir Wiege, die Geister dein Lied. So haben sie Leben. Nur so.
Träum, mein Kind, bitte träum - träum das Meer.



© Ivo Loretz, die aus zürich